Vom täglichen Leben

HerzinfarktWährend ich heute im Lifeticker des Internets minütlich verfolgen könnte, ob in Japan nun doch eine Kernschmelze im Kernkraftwerk im Gange ist, kommen mir ob dieser gewaltigen Naturkatastophe und der sich anschliessenden technischen viele Gedanken.

Ich sah die ersten Bilder des Szenarios in meinem Sportstudio, wo ich mich gerade einem Fitnesstest unterzogen hatte und nun auf dem Laufband die Ergebnisse (ich hatte mich ein wenig besser erwartet) verarbeiten wollte.

Dort hängen an den Wänden mehrere Bildschirme, auf denen die verschiedensten Programme zu sehen (und über Kopfhörer) zu hören sind.

Lady Gaga sang auf Bildschirm 1, Essenzubereitung gab es auf Bildschirm 2, auf Bildschirm 3 strahlte mir ein Sportlergesicht im Interview entgegen, Bildschirm 4 zeigte die Katastrophe hautnah, Bildschirm 5 war ausgeschaltet, dort wird normalerweise das soziale Engagement der Fitnesskette gepriesen.

[ad]Wieviel Informationen wurde mein Gehirn in diesen Sekunden ausgesetzt, obwohl ich doch dort war, um Fitness, Erholung, Kraft zu tanken?

Ein Blick herum in das mässig besuchte Studio zeigte mir lauter Einzelgänger ( wie ich ), die mit Kopfhörer versehen vor sich hin schwitzten und den Bildern folgten.

Ich konnte nicht mehr und habe mein Training abgebrochen.

Ich fühlte mich einer Informationsflut ausgeliefert, ich fühlte mich allein mit diesen Informationen und so ist es ja auch in der Regel.

Schönen Tag noch“, so wurde ich höflich und freundlich vom Personal verabschiedet.

An diesem Tag schien seit langer Zeit wieder die Sonne und so entschied ich mich, auf meinem Fahrrad nicht den kürzestenWeg durch die Stadt sondern den längeren am Kanal zu nehmen. Und setzte mich schliesslich auf eine in der Sonne liegende Bank.

Das Singen der Vögel, das Gurren der Tauben und das Schreien der Möwen erklang in meinen Ohren, Die Sonne erwärmte und erhellte mein Gesicht und in mir wuchs eine Ruhe.

Ich liess meinen Gedanken freien Lauf und wurde mir gewahr, wie schön unsere Welt sein kann, wie brutal und grausam ebenso.

Einen Teil der Schönheit kann ich selbst beeinflussen,

indem ich mir eine Arbeit suche, die mir – und anderen -gut tut. mit ein wenig Mut immer möglich!

ich mir Menschen suche, deren Anwesenheit mir – und umgekehrt!- gut tut, mit ein wenig Mut immer möglich!

ich mir selbst – und anderen –Gutes tue, jeden Tag, mit ein wenig Mut immer möglich!

ich mir meiner Selbst bewusst bin- und den Einfluss anderer über mich -mit ein wenig Mut immer möglich!

ich meine Gesundheit pflege– , mit ein wenig Mut immer möglich!

Ich kann keinen Einfluss nehmen auf die derzeitige Situation in Japan, warum also meine Aufmerksamkeit auf die Bilder und Schlagzeilen richten?

Ich könnte sehr wohl Einfluß nehmen durch Spenden und gute Gedanken an die Opfer.

Ich kann sehr wohl Einfluss nehmen auf die Abschaltung dieser Energiemaschinerie im eigenen Land, mache ich seit 30 Jahren, und – steter Tropfen höhlt auch nicht den Stein- die Dinger laufen noch immer, landauf, landab…….

Ich kann sehr wohl auf meinen eigenen Energiehaushalt Einfluß nehmen.

Wieviel dieser Nachrichten, dieser Informationsflut verträgt mein Körper, bevor es zum Super-Gau kommt?

Ich habe gelernt, den eigenen Akku herunterzufahren, vorzeitig.
Ich habe gelernt, meinen eigenen Energiehaushalt zu steuern.

Das sind und können einfache Dinge sein:

Am Morgen Kaffee (muss sein) selbst zu brühen.
Der gute alte Filterkaffee.
Keine teure Maschine zu kaufen, die in der Herstellung viel Energie gekostet hat.
Da komme ich gleich in Bewegung.

Am Morgen selbst die Zähne putzen und dabei auf einem Bein zu stehen.
Die gute alte Zahnbürste.
Keine teure Maschine kaufen, die in der Herstellung viel Energie gekostet hat.
Da komme ich gleich in Bewegung.

Am Morgen Nass-Rasur mit Gesichtsmassage (besser nicht auf einem Bein… )
Der gute alte Gambsbartpinsel, die gute alte Rasierschale.
Keine teure Maschine kaufen, die in der Herstellung viel Energie gekostet hat-
Da komme ich gleich in Bewegung.

Um das alles in R u h e machen zu können, etwas früher aufstehen und ein paar kleine Yoga-Atemübungen (fast könnte ich danach auf den Kaffee verzichten, bin hellwach danach ).

Aber ich bin nun wirklich kein Asket…..

Und so könnte ein ganzer Tag überdacht werden,
mit der persönlichen Lebensenergie, der äußeren und der inneren.

Ich habe das gemacht.

Und komme meinem persönlichen Lebensmotto nah:
„Jeder Tag darf für mich ein Stück Urlaub sein“
und es funktioniert!

Danke liebes Personal vom Fitness-Studio

Schönen Tag noch!